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Arco vom Schollenbühl “ Das ist der gute Arco, leider sieht es mit Fotos aus dieser Zeit sehr schlecht aus.

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Hier sieht man ihn in seiner “Dienstkleidung “ als Zollhund . Die Dienststelle von meinem Dicken war in einem kleinen Dorf an der ehemaligen Grenze zur DDR. Unterhartmannsreuth heißt das Dorf und liegt nahe der wiedereröffneten Autobahn nach Plauen im Vogtland. Fuchs und Hase wünschen sich dort noch heute eine gute Nacht. Die Autobahn war damals noch eine Betonstrecke ,die an der Grenze aufgebrochen war und mit dem hohen Grenzzaun und dem Minenfeld das Ende des freien Teils Deutschlands bedeutete. Hier war der Dicke zusammen mit noch vier Kollegen als Zollbeamter eingesetzt und wohnte in dem kleinen Dorf zusammen mit seinen Kollegen und ihren Familien im Haus der Dienststelle. Eines Tages wurde der Dicke von einem Gastwirt aus dem nächsten Dorf angesprochen und gefragt, ob er denn nicht jemanden kennen würde, der Interesse an jungen Schäferhunden hätte. Der Gastwirt hatte sich kurz vorher von dem Lehrwart für Zollhunde einen Hündin gekauft, ohne zu wissen dass diese trächtig ist. Der Lehrwart wusste es auch nicht, denn diese Hündin war eigentlich als Diensthund angekauft worden, hat aber die Tauglichkeitsprüfung nicht bestanden. Bis sie der Gastwirt am nächsten Tag abgeholt hat verbrachte sie eine Nacht in einem Hundezwinger zusammen mit einem Diensthund ( Rüden ), wobei beide Hunde in gegenüberliegenden Ecken angekettet wurden, sodass sie sich nicht berühren konnten. Sie konnten es wohl doch , denn die Hündin brachte sechs gesunde Welpen zur Welt und dem Gastwirt waren diese jungen Schäferhunde zu schade um sie an die Landwirte als Hofhunde abzugeben. Als sie der Dicke gesehen hat, nahm er die jungen Hunde der Mutter weg und setzte sie ein paar Meter neben der Wurfkiste wieder ab. Vom Instinkt her bringt die Hundemutter den wurfstärksten Welpen immer zuerst wieder in die Wurfkiste zurück, denn ihr Verstand gebietet es ihr, ihre Art zu erhalten. Dieser kleine Hund hatte schon größere Pfoten als alle anderen Geschwister und einen breiteren Kopf. Am Gesäuge der Hundemutter drängte er sich vor und war auch sonst nicht ängstlich. Diesen Hund kaufte der Dicke dem Gastwirt für 40.--DM sofort ab. Der kleine Hund wurde dann immer mit seinem Namen angesprochen und gerufen, bekam später sein Extrafutter in einem separaten Napf und der Dicke besuchte ihn so oft es möglich war, um mit ihm zu spielen und um ihn an sich zu gewöhnen. Viele Anträge waren nötig, bis der Dicke eine “ Sondergenehmigung “ erhielt, und auf dem Gelände der Dienststelle einen eigenen Hundezwinger bauen durfte. Dieser musste mit den Zwingern der Zollverwaltung nicht nur baugleich sein, sondern musste auch durch einen Farbanstrich deren Aussehen erhalten. Im Alter von 10 Wochen kam dann Arco als neues Familienmitglied zur Dienststelle, spielte mit den Kindern im grossen Garten, entwickelte sich prächtig und war sehr gelehrig. Er war im Zwinger untergebracht, an dem ein grosses Freigehege angebaut war, in welchem er sich tagsüber aufhalten konnte wenn er wollte. Sogar ein Baum zum Beineheben war auch mit eingepflanzt worden. Der Dicke brachte Arco alles bei, was bei einer Tauglichkeitsprüfung gefordert wird und im Alter von einem Jahr hat Arco diese Prüfung auch locker bestanden. Dann folgten noch viele gemeinsame Lehrgänge an der Zollhundeschule in Neuendettelsau für Arco und den Dicken , in denen die Anforderungen an einen Diensthund beigebracht wurden. Später legte Arco eine Prüfung zum Fährtenhund ab und die Vorprüfung zum Rettungshund durch das THW. ( Technisches Hilfswerk) Erst nach dem ersten Lehrgang durfte Arco den Dicken bei seinen Streifengängen begleiten und im Ernstfall auch eingesetzt werden. Dieses ist rechtlich alles genau vorgeschrieben, denn wenn man einen Diensthund z.B. einer flüchtenden Person hinterher schicken will kann man das erst nach zweimaliger Aufforderung zum Stehenbleiben tun und der Einsatz des Hundes muss angedroht werden. ( Zweimaliger Aufruf “ Halt, bleiben Sie stehen,” dann nochmal “Halt bleiben Sie stehen, halt oder ich setze den Hund ein” und wenn der Flüchtende dann noch immer nicht steht , kommt das Kommando für den Hund “ Hooooool”.) Der Beamte übt mit dem Hund als Hilfsmittel auf den Flüchtenden einen unmittelbaren Zwang aus und das ist genauestens gesetzlich geregelt. Dann wurde diese Dienststelle aufgelöst und der Dicke in die nächste Stadt versetzt. Die Beamten wurden mit einem Fahrzeug zur Grenze gefahren, in welchem hinten im Fond zwei sehr geräumige Hundeboxen eingerichtet waren und durchstreiften dann die die grenznahen Wälder zu Fuß. Kurz vor Dienstende nahm sie das Fahrzeug wieder auf und brachte sie zurück zur Dienststelle. Auch in der Stadt waren die Hundezwinger direkt zum Haus gehörend. Als Arco 4 1/2 Jahre alt war wurde der Dicke vom Grenzdienst in den Innendienst versetzt und damit auch an eine neue Dienststelle in Karlsruhe. Es war unmöglich in der Großstadt einen Hund zu halten, denn eine Dienstwohnung wurde dem Dicken erst nach drei Monaten zugewiesen. Er musste in dieser Zeit alleine und ohne seine Familie in Karlsruhe seine Arbeit erledigen. Der Dicke hatte in der Tageszeitung in Oberfranken eine Annonce aufgegeben und versuchte mit dem Text: “ Zollhund viereinhalb Jahre alt, voll ausgebildet, wegen Versetzung in den Innendienst nur in gute Hände zu verschenken , einen guten Platz für Arco zu finden. Es meldeten sich 42 Bewerber, die Arco haben wollten. Alle hat sich der Dicke persönlich angesehen und sich nach den Verhältnissen erkundigt, in denen der Hund fortan seinen Lebensabend verbringen sollte. Abends kam noch ein weiterer Interessent mit seiner Familie vorbei. Dieser hatte einen behinderten Sohn und ein Dackel war auch dabei, mit dem sich Arco sofort verstanden hat. Diesem letzten Bewerber hat der Dicke dann auch Arco mitgegeben, mit allen Utensilien und Sachen die an Arco erinnert hätten, inklusive aller Urkunden und Leinen. Arco kam auf ein 28.000 qm großes eingezäuntes Grundstück mit einem Bungalow am Waldrand in einem Dorf in der Nähe. Der Dicke hat sich ein unangemeldetes Besuchsrecht als einzige Bedingung eingeräumt und gleich gesagt, dass er den Hund sofort wieder wegnehmen würde, falls er ihn nur einmal ungepflegt oder nicht optimal versorgt vorfände. Nach zwei Wochen ist der Dicke dann mal kurz dort vorbeigefahren und fand keine Beanstandungen. So konnte man dann endlich nach Karlsruhe umziehen, aber der gute Arco war nicht vergessen. Nach ungefähr neun Monaten bekam der Dicke erstmals Urlaub und den verbrachte er natürlich in Oberfranken um die Schwiegereltern und die eigenen Eltern zu besuchen. Alle Freunde wohnten dort und die Kameraden vom Schützenverein wollten ja auch wissen, wie das Leben in der Großstadt am Rhein denn so ist. Natürlich fuhr der Dicke gleich am folgenden Tag in das kleine Dorf um Arco zu besuchen und um zu sehen, ob er denn noch immer wohlauf sei. Als der Dicke ankam stand das Gras im ehemals sehr gepflegten Garten hüfthoch, der Bungalow war verwaist. Von einem Grundstücksnachbarn erfuhr der Dicke, dass sich der “ Herr Eigentümer “ nach Westfalen abgesetzt hat und Arco hat er vorher noch an eine Tankstelle an einer viel befahrenen Bundesstrasse v e r k a u f t ! Zusätzlich zum Kaufpreis erhielt er noch einen jungen Schäferhundewelpen umsonst dazu. Sofort ist der Dicke natürlich hin zu dieser Tankstelle gefahren und hat sich fast mit dem neuen Besitzer Arcos gestritten, der natürlich im guten Glauben ein rechtmässiges Geschäft getätigt hatte. Arco war wieder ein einem Zwinger untergebracht und musste nachts freilaufend in der Montagehalle die Einbrecher fernhalten. Entsprechend mitgenommen sah sein Fell aus, Metallspäne wie sie beim feilen abfallen hingen in den ölverschmierten Haaren. Es war noch immer nicht möglich in Karlsruhe einen Hund zu halten und alle Freunde und Bekannte des Dicken hatten räumlich auch keinen Platz um Arco aufzunehmen. Schweren Herzens hat sich dann die Familie letztmals und endgültig von Arco verabschiedet und musste ihn zurück lassen. Den letzten Blick aus Arcos treuen, enttäuschten und traurigen Hundeaugen wird der Dicke sein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen können. Er hat Arco aber noch ein Versprechen gegeben. Wenn sich nun zufällig ein mieser Bewohner in Hamm/ Westfalen in dieser Geschichte erkennt, so rate ich ihm dringend künftig um Oberfranken, den Bodensee und um den Grossraum Karlsruhe einen riesigen Bogen zu machen. Mein Dicker ist bekannt dafür, dass er bisher alle seine Versprechen gehalten hat und eine Verjährung ist in diesem Fall ausgeschlossen!

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